Studierendenwohnanlage „KaWo 3“ eingeweiht

Im August 2015 erfolgte der erste Spatenstich für neuen studentischen Wohnraum im Aachener Kastanienweg – heute wurde „KaWo 3“, das größte Neubauprojekt des Studierendenwerks Aachen, mit Schaufel und Erde feierlich eingeweiht. Gutes Gedeihen wünschte der Anlage unter anderem NRW-Bauminister Michael Groschek, der es sich nicht nehmen ließ, dem symbolischen Akt, dem Pflanzen einer jungen Kastanie, persönlich beizuwohnen.

NRW-Bauminister Michael Groschek, Verwaltungsratsvorsitzende Daniela Jansen und Geschäftsführer Dirk Reitz (v. l.)

Aktuell beherbergt die aus vier Gebäuden bestehende Anlage rund 150 Bewohnerinnen und Bewohner. Nach Fertigstellung der letzten beiden Häuser sollen im Sommer etwa 200 weitere Studierende folgen. Darauf, dass die Anlage dann komplett bezogen sein wird, freut sich besonders Dirk Reitz, Geschäftsführer des Studierendenwerks. „Mit KaWo 3 bieten wir in Zeiten des Wohnraummangels viel Raum zur Entfaltung. Hier entsteht nicht nur ein Wohnheim zum Schlafen, Essen und Lernen, sondern ein Ort, der prädestiniert ist für das Leben in Gemeinschaft“, sagte er in seiner Begrüßungsrede. Auf über 18.000 Quadratmetern werde hier nach und nach eine Infrastruktur für junge Menschen aufgebaut, die richtungsweisend für das heutige studentische Leben sei.

Dank richtete Reitz an das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW, das im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung mit einem zinsgünstigen Darlehen und einem Zuschuss maßgeblich an der Finanzierung beteiligt war. Dass die Landesmittel gut angelegt sind, betonte auch Minister Michael Groschek in seinem Grußwort. „Wir brauchen mehr Wohnplätze für Studierende“, unterstrich er die Notwendigkeit solcher Programme. „Die Ballungszentren leiden aber an fehlenden Bauflächen. Deshalb ist die Idee bei KaWo 3, einen ehemaligen Parkplatz zu nutzen, vorbildlich.“ Die rund 18,8 Millionen Euro Förderung sehe er gut investiert, vor allem weil ein entsprechendes Freizeitangebot dafür sorge, dass hier nicht nur gewohnt und gelernt, sondern auch miteinander gelebt wird. Eine Investition, von der die Studierenden auch finanziell profitieren: Dank des Förderprogramms kann das Studierendenwerk deutlich günstigere Mieten als auf dem privaten Wohnungsmarkt anbieten. Die All-inclusive-Miete für ein etwa 24 Quadratmeter großes, möbliertes Einzelapartment beträgt monatlich nur 305 Euro.

Auch Daniela Jansen, Verwaltungsratsvorsitzende des Studierendenwerks und selbst ehemalige Studentin der RWTH, zeigte sich angetan von der Umsetzung des Projekts. Den Ausbau von studentischem Wohnraum hält sie gerade für den Hochschulstandort Aachen für sehr wichtig. Sie betonte: „KaWo 3 wird mehr als nur Wohn- und Schlafplätze bieten, sich in die Tradition von KaWo 1 und 2 einreihen und eine Heimat für die mehr als 300 Bewohnerinnen und Bewohner werden. Eine Heimat, in der sich die Studierenden wohlfühlen.“

Die Planungen für den insgesamt rund 32 Millionen Euro teuren Bau basieren auf einem im Jahr 2012 ausgelobten Architekturwettbewerb, aus dem das Planungsbüro Puppendahl aus Olfen als Sieger hervorging. Die Herausforderung bestand darin, mit KaWo 3 eine moderne Quartiersmitte für 344 neue Bewohner und rund 850 aus den benachbarten Bestandsbauten KaWo 1 und KaWo 2 zu entwickeln. Plangemäß wurden vier L-förmige Baukörper dem Geländeverlauf folgend höhenversetzt angeordnet und über Freitreppen miteinander verbunden. Dank dieser Bauweise öffnen sich die Innenhöfe zueinander, sodass ein zusammenhängender und teilweise überdachter Kommunikationsraum geschaffen wird, der das Gemeinschaftsleben der Bewohner fördern soll. Neben einem Kiosk für die Nahversorgung im Quartier sind mehrere Lern- und Gemeinschaftsräume, ein Fitnessraum, eine DHL-Packstation und ein Waschsalon vorgesehen. Darüber hinaus wird eine Carsharing-Station der besseren Mobilität der Bewohnerschaft dienen. Auch die Pläne für die Außenanlagen klingen vielversprechend: Auf einer Fläche von etwa 2.000 Quadratmetern sollen ein Nutzgarten, ein Grillplatz, ein Beachvolleyballfeld sowie verschiedene Grünzonen zur Naherholung angelegt werden.

Erwähnenswert sind auch die energetischen Besonderheiten von KaWo 3 wie beispielsweise ein Blockheizkraftwerk, das allen drei Wohnanlagen am Kastanienweg Heizung, Warmwasser und Strom zum Eigenverbrauch zur Verfügung stellt. Jochen Kühn, Leiter der Abteilung Gebäudemanagement im Studierendenwerk, hob in seiner Rede noch einmal die besonders kurze Bauzeit hervor, die durch standardisierte Wohnungsraster und industriell vorgefertigte Wände mit Fertigbädern möglich war.

Nach dem Festakt und dem symbolischen Einpflanzen des Kastanienbäumchens erhielten die über hundert Gäste Gelegenheit, das Innere von KaWo 3 zu inspizieren. Überzeugen konnten sie sich von einem ausgefeilten architektonischen Konzept, das den Spagat zwischen günstigen Baukosten und attraktivem Wohnraum schafft. Gut durchdachte Grundrisse, elektrische Rollläden, moderne Küchen und Bäder, viel Tageslicht, Schallschutzfenster und schnelles Internet erfüllen alle Ansprüche an modernes Wohnen. „KaWo-Planer“ Marius Puppendahl zeigte sich zufrieden mit der Umsetzung seines Entwurfs und lobte vor allem die Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk: „Im Namen vieler junger Architekten möchte ich mich beim Bauherren dafür bedanken, dass man uns als verhältnismäßig junges Büro das Vertrauen geschenkt hat, dieses Projekt zu realisieren. Das trägt sicherlich zur Förderung der Vielfalt innerhalb der Baukultur bei.“

Eindrücke von der Eröffnungsfeier gibt es in unserer Bildergalerie − zum Starten einfach auf das Bild klicken:

 

 

 

 

 

Fotos: Sabine Schmidt

 

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