Beitrag: Fachrichtungswechsel Informatik->Medizin

Absender:minuq
Datum:19.10.2017
  1. minuq19.10.2017
    Guten Abend, bei mir liegt folgende Konstellation vor: Ich habe vor einigen Jahren insgesamt 3 Semester Informatik studiert, und habe mich dann nach dem 3. FS exmatrikuliert, einerseits weil anhand meiner Noten absehbar war, dass ich das Studium nicht schaffen würde und andererseits, weil ich feststellen musste, dass es nicht meinen Interessen entsprach. Während dieser Zeit war ich weder Bafög Empfänger, noch habe ich versucht einen Antrag zu stellen, da von vornherein klar war, dass meine Eltern zu viel verdienen. Im Anschluss habe ich eine dreijährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege absolviert und insgesamt mehr als 3 Jahre Vollzeit gearbeitet (die Armutsgrenze durchschnittlich überschritten), womit ich prinzipiell die Bedingung für elternunabhängiges Bafög erfülle. Die Frage, die sich mir hierbei allerdings stellt ist, ob ich aufgrund meines Fachrichtungswechsels (je nach Sichtweise) nach dem 3. FS, aber schließlich auch vor dem 4. FS, da ich dieses nie angetreten habe berechtigt bin Bafög zu erhalten. Diesbezüglich bin ich unsicher, wie § 7 Abs. 3 BaFöG zu verstehen ist. § 7 Abs. 3, Satz 1 BaFöG besagt, dass Ausbildungsförderung geleistet wird, solange ich vor Beginn des 4. FS meine Fachrichtung gewechselt oder abgebrochen habe. Da ich von einer Hochschule in eine Ausbildung gewechselt bin, die nicht an einer Hochschule stattfand verstehe ich dies so, dass es sich hierbei nicht um einen Fachrichtungswechsel, sondern einen Ausbildungsabbruch handelt. § 7 Abs. 3, Satz 4 BaFöG wiederum besagt, dass bei einem Fachrichtungswechsel oder Abbruch nur bis Ende des 2. FS automatisch von einem wichtigen Grund nach Nummer 1 ausgegangen wird. Ist die Folge hieraus, dass ich aufgrund meines Ausbildungsabbruchs nach dem 3. FS, vor dem 4. FS berechtigt bin Ausbildungsförderung zu erhalten, aber meinen Fachrichtungswechsel (ist es überhaupt ein Fachrichtungswechsel, wenn ich nach 7.5 Jahren wieder an eine Hochschule zurückkehre?) gesondert begründen muss? Ein wenig verwirrte Grüße
  2. BAföG-Team20.10.2017
    Die Einschränkung nach § 7 Abs. 3 BAföG previligiert Auszubildende, die den erstmaligen FRW nach dem 2. Semester vollzogen haben. Bei denen wird der "wichtige" Grund als gegeben unterstellt. Du hast den Abbruch nach dem 3. FS vollzogen. Damit ist er grundsätzlich genehmigungsfähig.
  3. minuq21.10.2017
    Vielen Dank für die Antwort. Als "wichtiger" Grund reicht eine Neigungsänderung grundsätzlich aus, oder muss dafür etwas gravierenderes vorliegen?
  4. BAföG-Team22.10.2017
    Der Neigungswandel reicht aus. Du musst lediglich klarmachen, dass du den damaligen Abbruch unverzüglich vorgenommen hast, nachdem dir klar wurde, dass das von dir gewählte Fach nicht deinen Vorstellungen entsprach.
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