Beitrag: Elternunabhängiges BAföG Master

Absender:Oliver
Datum:26.01.2016
  1. Oliver26.01.2016
    Sehr geehrte Damen und Herren, bevor ich auf meine Frage komme, erst einmal mein "Lebenslauf": Ich habe nach meinem Abitur direkt angefangen zu studieren. Das Studium habe ich allerdings nach vier Semestern abgebrochen. Während dieser Zeit habe ich schon normales Bafög erhalten. Danach habe ich ein ähnliches Studium in Regelstudienzeit von 7 Semestern absolviert ( kein Bafög ).Nun möchte ich gerne meinen Master machen. Meine Eltern sagen, dass sie nicht mehr unterhaltspflichtig sind, da ich nun 25 bin und sie mich nun schon 11 Semester lang finanziell unterstützt haben. Ich habe gelesen, dass sie für den Master grundsätzlich trotzdem unterhaltspflichtig sind. Ist dies auch der Fall wenn man 11 Semester für seinen Bachelor gebraucht hat? Ich würde also gerne wissen wie meine Chancen sind, elternunabhängiges Bafög zu erhalten?
  2. BAföG-Team28.01.2016
    Vorab die förderungsrechtliche Situation: Für den Master bist du grundsätzlich förderungsberechtigt unabhängig davon, ob du einen FRW gemacht hast oder nicht. Sofern die Voraussetzungen des Absatzes 1a erfüllt sind, ist die Berechtigung von Fachrichtungswechseln oder Ausbildungsabbrüchen im Zuge vorangegangener Ausbildungen nach § 7 Abs. 1 oder Abs. 2 nicht mehr zu prüfen. Du hast aber keinen Anspruch auf "elternunabhängige Förderung", weil die Voraussetzungen nicht vorliegen. Unterhaltsrechtliche Situation: Deine Eltern schulden dir die Finanzierung einer deiner Eignung und Neigung entsprechenden Ausbildung. Mit Erlangung des Abiturs müssen sich deine Eltern auf eine Hochschulausbildung einstellen. Unterhaltsrechtlich handelt es sich um das BA-Studium und anschließenden Master um eine !!!! Ausbildung. Der damalige Studienabbruch nach dem 4. FS dürfte unterhaltsrechtlich nicht zum Ausschluss geführt haben. Daraus ergibt sich folgende Konsequenz: Beantragst du für den MA BAföG, sind die Einkommensverhältnisse der Eltern mit einzubeziehen. Ergibt sich daraus ein Anrechnungsbetrag, müssen deine Eltern diesen zur Verfügung stellen. Machen sie das nicht, kannst du Vorausleistungen beantragen. Dann erhälst du BAföG ohne Anrechnungsbetrag vom elterlichen EK. Das Amt versucht dann, die vorausgeleisteten Beträge bei deinen Eltern wieder einzufordern. Machen die das nicht freiwillig, muss der Anspruch zivilrechtlich (Klage) überprüft werden.
  3. Oliver04.02.2016
    Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Ich hätte dann noch zwei Fragen: 1. Im Formblatt 1 wird gefragt, ob man bereits früher Ausbildungsförderung beantrag hat. Muss ich dort nun ja ankreuzen, da ich bereits früher Bafög erhalten habe oder nein, da es sich um ein neues Studium (Master) handelt. 2. Für das Formblatt 3 wird eine BEscheinigung des Arbeitgebers verlangt. Reicht dort auch eine Kopie des Lohnkontos?
  4. BAföG-Team04.02.2016
    Für den Master musst du einen Erstantrag auf BAföG stellen. Der damalige Abbruch des Studiums wird in der Anlage zu F 1 abgefragt. Der Abbruch braucht nicht begründet zu werden. Soweit deine Eltern zur Einkommenssteuer veranlagt worden sind, ist eine vollständige Kopie des Steuerbescheides aus 2014 vorzulegen.Wenn nicht, ist die vom Arbeitgeber erstellte elektronische Lohnsteuerbescheinigung aus 2014 einzureichen. Sollten deine Eltern sich weigern, den nach BAföG errechneten Betrag zu leisten, melde dich für die weitere Beratung.
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