Beitrag: Bafög für Master nach Wechsel

Absender:P.Schleder
Datum:27.02.2017
  1. P.Schleder27.02.2017
    Hallihallo, Vielleicht kann mir ja hier jemand helfen. Aaaaaalsoooo ich habe einige Semester in einem Tiermedizinstudium studiert und habe zum Oktober 2016 in einen Agrarmaster gewechselt. Mein bisheriges Studium wurde mir als Vorleistung angerechnet. Nun habe ich Bafög beantragt, bin zunächst freudig ins Studentenwerk gegangen und wurde da von drei männlichen Sachbearbeitern aufs Korn genommen ala was ich mir überhaupt dabei denken würde Bafög zu beantragen. Ich durfte meinen Antrag dann nicht da lassen und bin wieder nach Hause. Nach ein bisschen Beratung mit der Familie, da ich ja zumindest einen offiziellen Ablehnungsbescheid haben wollte, habe ich meinen Antrag dann nochmal per Post eingereicht, 3 Monate (!) später kam die Aufforderung eine Begründung für die Studienaufnahme einzureichen (hier kein Wort wegen unabweisbaren Gründen etc.). Ich habe dann da angerufen um nach zu fragen was genau sie haben wollten. Ich wurde nur ganz schnell abgewimmelt, dass ich doch einfach schnell das einreichen soll, mein Antrag sei kurz vor dem Abschluss, alles klang auf einmal ganz positiv. Ich hab dann neue Hoffnung geschöpft und bin mit meiner Begründung wieder zum Bafögamt (ich habe zunächst nur einen Neigungswandel begründet). Hier wurde ich extrem von oben herab behandelt. Die gute Dame sagte mir, dass ich mir doch wohl im klaren darüber sei, dass mein Antrag abgelehnt würde. Ich bin aus allen Wolken gefallen, weil nach dem Telefonat hatte ich damit nicht gerechnet! Sie wimmelte mich dann wieder ab mit den Worten, sie hat da nichts mehr mit zu tun und reicht es weiter. Ich habe dann wieder 4 Wochen gewartet, aber es kam nichts. Heute hab ich eine eMail dahin geschrieben (ich meine wenn es so klar ist, dass es abgelehnt wird, warum dann nicht gleich?), ich bekam auch eine Antwort. "Wir sehen keine Möglichkeit sie zu fördern", aber der Bescheid mit der Begründung würde erst morgen versandt. Ich habe beschlossen, dass ich meine Begründung ergänzen wollte. Seit Beginn des Studium leide ich unter Hautekzem die immer schlimmer wurden und mit offenen Wunden einhergehen. Zu Beginn des Studium (hier ist noch alles theoretisch) war das erstmal kein Problem, doch das Studium wurde ja auch praktischer und das Ekzem schlimmer, ich durfte dann an Übungen nur noch zusehen, nicht mehr teilnehmen, aber eine praktische Ausbildung ist ja unabdingbar im Tiermedizinstudium. Mein Arzt wies mich auch darauf hin, dass eine Weiterführung des Studiums ein erhöhtes Infektionsrisiko darstellt, ich hatte mich auch schon mehrfach mit Bakterien und Pilzen die Hände infiziert. In meinen jetzigen Studium gibt es quasi nur theoretische Phasen und ich arbeite nicht mehr mit offensichtlich kranken Tieren. Zusätzlich ist noch zu sagen, dass ich zwischendurch ein Jahr nicht am Studiengeschehen teilnehmen durfte, weil ich eine Prüfung wiederholen musste. In diesem Jahr habe ich Praktika gemacht, die mich auf mein neues Studium gestoßen haben. Das Jahr musste ich ordentlich immatrikuliert sein, wegen der Teilnahme an der Prüfung, ich bin also mehr Semester immatrikuliert gewesen als ich schlussendlich abgeschlossen habe (diese Problematik ist aus der Prüfungsordnung für Tiermedizin und leider bei vielen Studenten der Fall). Was meint ihr? Ist das ein unabweisbarer Grund? Immerhin hätte ich voraussichtlich mein Studium spätestens im praktischen Jahr nicht weiterführen können. Soll ich die Begründung heute noch einreichen oder auf die Ablehnung warten und dann Widerspruch einlegen? Ich habe auch ein Attest der MHH. Liebe Grüße
  2. BAföG-Team28.02.2017
    Damit wir uns mit dem Wesentlichen befassen, lassen wir die geschilderten Bearbeitungsphasen unkommentiert! Du stellst sofort einen Antrag auf Anerkennung eines unabweisbaren Grundes für den Studienabbruch, wie von dir geschildert und fügst, wenn noch nicht geschehen, ein ärztliches Gutachten bei. Muss das Gutachten noch gefertigt werden, stelle gleichwohl vorab den Antrag und teile mit, dass ein Gutachten nachgereicht wird. Ob das vorliegende Attest ausreicht, können wir nicht beurteilen. Damit wir weiter helfen können,teile uns mit, wann du die allgemeine Hochschulreife erworben hast, seit wann du dein Studium Tiermedizin aufgenommen und wann du dieses Studium aufgegeben hast. Ab wann studierst du Agrarwissenschaften. Sind dir Fachsemester aus dem Vorstudium auf die neue Fachrichtung anerkannt worden; wenn ja, wie viele.
  3. P.Schleder28.02.2017
    Liebes Bafög-Team, Vielen Dank für eure Antwort. Einen solchen Antrag werde ich sofort stellen. Zu den Fragen: mein Abitur habe ich im Jahr 2011 gemacht, dort auch direkt Aufnahme des Tiermedizinstudiums. Immatrikuliert 10 Semester, davon 4 Semester immatrikulierte Zwangspause, 6 abgeschlossene Semester. Auf Grund des abgeschlossenen Semester Umrechnung in Credits - somit Anrechnung des Vorstudiums als Zugangsberechtigung für den Master.
  4. BAföG-Team01.03.2017
    Ok, jetzt sehen wir die Sache klarer. Der Sachverhalt ist in der Tat ungewöhnlich, weil selten. Da den richtigen Weg zu wählen, ist nicht einfach. Warst du während der "Zwangspause" 4 Semester beurlaubt oder schlicht krank geschrieben? Du hast 6 Semester "normal" studiert und Klausuren abgelegt. Mit den erzielten Ergebnissen hast du die Zulassung für den Master erhalten. Der Sachverhalt kann so ausgelegt werden, dass du einen Leistungsumfang an Credits erworben hast, der einem Leistungsstand bis zum Ende des 7. FS Tiermedizin entspricht. Das wäre wichtig, weil ein Studienabbruch aus Eignungs- und oder Neigungsgründen bis zum Ende des 3. Semesters möglich ist. Du kannst also darauf hinweisen, dass du kein Bummelstudent gewesen bist, sondern dass dir Studienleistungen, die üblicher Weise bis zum Ende des 7. FS zu erbringen sind, geschafft hast. Denn nur mit der vorgenommenen Einstufung ist dir der Zugang zum Master ermöglicht worden. Der hier beschriebene Weg ist allerdings nur eine Hilfsbegründung. Sie soll erkenntlich machen, dass du, abgesehen von deiner Erkrankung, ordnungsgemäß studiert hast. Der eigentliche Wechselgrund ist deine Erkrankung. Die läßt eine Wechselmöglichkeit auch im höheren Semester zu. Unser Ergebnis: Stelle, wie empfohlen, den Antrag auf Anerkennung eines unabweisbaren Grundes für den Wechsel. Teile deinem Amt mit, dass der Zeitverlust maximal bei 3 Semestern liegt. Wird dein Antrag abgelehnt, sofort Widerspruch oder, wenn der nicht vorgesehen ist, Klage erheben. Dein Fall ist auch für uns interessant. Berichte, wenn die Entscheidung andauert, mit einem neuen Beitrag, damit wir dich finden können.
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