Beitrag: BaföG nach abgeschlossener Berufsausbildung

Absender:Michaela
Datum:25.09.2017
  1. Michaela25.09.2017
    Liebes BAföG-Team. Auch wenn ich schon einige Informationen im Forum gefunden habe, ist mir dennoch nicht ganz klar wie sich die Situation in meinem Fall darstellen würde. Aktuell mache ich eine 3-jährige Ausbildung zur Chirurgisch Technischen Assistentin (CTA) und hat gerade das 2-te Ausbildungsjahr begonnen. Die Ausbildung und die Ausbilder haben mich darin bestärkt nach Abschluss der Ausbildung Medizinstudium zu beginnen. Da im Anschluss an die Ausbildung auch das Ausbildungsgehalt wegfällt, möchte ich jetzt natürlich gerne wissen, ob ich für das Studium BAföG erhalten kann? Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe. Viele Grüße Michaela
  2. BAföG-Team28.09.2017
    Du zählst zu den Schule-Abitur-Lehre-Studium-Fällen. In städiger Rechtssprechung des BGH wird festgelegt, dass eine Ausbildungsunterhaltspflicht der Eltern bei Aufnahme des Studiums noch bejaht wird, wenn 1. die betriebliche Ausbildung und das Studium in einem engen sachlichen Zusammenhang steht (in deinem Fall ja!) und 2. das Studium innerhalb einer angemessenen Zeit nach Abschluss der betrieblichen Ausbildung aufgenommen wird. Der Zeitrahmen beträgt hier 1 1/2 bis max. 2 Jahre nach Abschluss der betrieblichen Auasbildung. Soweit eine Ausbildungsunterhaltspflicht deiner Eltern bejaht werden muss, kann dir nur elternabhängiges BAföG gewährt werden.Liegt offensichtlich kein Ausbildungsunterhaltsanspruch (mehr) vor, kannst du über Vorausleistungen im Ergebnis elternunabhängige Förderung beziehen.
  3. Claudia04.10.2017
    Hallo, da möchte ich mich gerne mit einklicken, da es sehr ähnlich zu meiner Situatin ist. Ich zähle zu den sogenannten "Schule- Abitur- Lehre- Studium" Fällen. Ich hab 2011 den Realschulabschluss abgelegt und 2014 das Abitur auf einem Wirtschaftsgymnasium gemacht, danach ein BFD, 2015 - 2017 habe ich eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement gemacht und abgeschlossen. Jetzt fange ich an Germanistik und Geographie auf Lehramt zu studieren. Ich habe einen Zeitlichen aber keinen engen sachlichen Zusammenhang. Somit müssten meine Eltern ja nicht mehr Unterhaltspflichtig sein, da Sie ja meine Erstausbildung finanziert haben und diese auch meinen Neigungen und Begabungen entspricht. Liege ich da richtig ? LG Claudia
  4. BAföG-Team05.10.2017
    Das ist richtig. Stelle sofort den BAföG-Antrag. Gleichzeitig fügst du Formblatt 8 bei und beantragst Vorausleistungen. Begründung: Deine Eltern finanzieren das Studium nicht mehr, da keine Ausbildungsunterhaltspflicht (mehr) besteht. Das Amt wird deine Eltern "anhören". Im Ergebnis bekommst du Vorausleistungen ohne Berücksichtigung des elterlichen Einkommens. (Das muss beim 1. Antrag mit F 3 von deinen Eltern nachgewiesen werden). Das Amt kann die vorausgeleisteten Beträge nur über eine gerichtliche Entscheidung einfordern. Bei deinem Werdegang wird das Amt auf eine gerichtliche Klärung von Unterhaltsansprüchen verzichten.
  5. Claudi05.10.2017
    Das heißt dann, ich bekomme den kompletten Bafögsatz von 649 Euro? (Wohne nicht zu Hause) oder bekomme ich die 649 Euro minus das Kindergeld?
  6. Theo06.10.2017
    Durch die dreijährige Ausbildung zur CTA dürfte doch der Grundanspruch nach § 7 Abs. 1 BAföG ausgeschöpft sein. Bei dem Studium handelt es sich somit um eine Zweitausbildung nach dem BAföG, die nur gefördert werden kann, wenn die Voraussetzungen nach § 7 Abs. 2 BAföG vorliegen.
  7. BAföG-Team06.10.2017
    Es besteht die Förderungsmöglichkeit nach § 7 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 BAföG für das geplante Medizinstudium. Soweit deine Eltern Kindergeld beziehen, wird in dieser Höhe der Vorausleistungsanspruch gekürzt.
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