Gut versichert als Studierender beim Auslandssemester

Auslandssemester nehmen Personalabteilungen gerne zur Kenntnis, wenn sich Studenten nach dem Examen bewerben. Wer einen Teil seines Studiums im Ausland absolviert, muss sich bei der Vorbereitung um viele Einzelheiten kümmern und darf dabei die Krankenversicherung nicht vergessen.

Gut begründet bis 37 
Dabei gilt grundsätzlich - unabhängig vom Auslandsaufenthalt - dass sich Studierende bis zum 30. Lebensjahr preiswert krankenversichern können. Eine mögliche Familienversicherung, über die berufstätigen Eltern zum Beispiel, besitzt aber Vorrang vor der Pflicht, sich selbst abzusichern. In der Regel ist sie auch preiswerter. Verschiedene Gründe gibt es, warum Studierende über das 30. Lebensjahr hinaus den günstigen Tarif für die Krankenversicherung beanspruchen dürfen. Zum Beispiel, wenn während des Studiums die Geburt eines Kindes belegt wird oder die Pflege Angehöriger. Einer der klassischen Gründe ist der Zweite Bildungsweg zur Hochschulreife, wenn also nach dem Schulabschluss zunächst eine Berufsausbildung ansteht.

Auslandskrankenschutz auch innerhalb Europas 
Wer länger ins Ausland geht, zum Beispiel als Student, ist gut beraten, eine günstige Auslandskrankenversicherung für Studenten abzuschließen. Viele junge Menschen machen das inzwischen im Rahmen von beruflicher oder universitärer Ausbildung, ihre Zahl ist seit 2002 stark angestiegen. Zurzeit halten sich etwa 18.000 junge Deutsche länger als nur für einen Urlaub im Ausland auf, die meisten von ihnen übrigens in den USA und Kanada. Im europäischen Ausland greifen vielfach die gesetzlichen und privaten deutschen Krankenversicherungen. Allerdings decken sie nur die medizinisch notwendigen Leistungen ab - und das nach den Standards der Öffentlichen Gesundheitsvorsorge dieses Landes. Und die sind nicht überall in Europa so hoch wie in Deutschland. Auch hier empfiehlt sich schon der Abschluss einer Versicherung für den Auslandskrankenschutz.

Vorkasse trotz gültiger Versicherung 
In den USA ist der Auslandskrankenschutz zwingend notwendig: Eine gesetzliche deutsche Krankenversicherung greift in den Vereinigten Staaten überhaupt nicht. Und selbst wenn ein gültiger Auslandskrankenschutz vorliegt, ist der so Versicherte in den USA nicht vor einer Vorauszahlung sicher. Das zeigt der Fall einer deutschen Austauschstudentin in den USA. Beim Sport erleidet sie eine schwere Dehnung der Innen- und Außenbänder. Sie geht sechs Wochen lang an Krücken und muss dreimal pro Woche zur Krankengymnastik. Die Studentin besitzt einen Auslandskrankenschutz, der auch problemlos die Erstbehandlung bezahlt. Doch für die Krankengymnastik fordert die Versicherung, dass die Studentin in Vorkasse tritt: 10.000 Dollar, ein Betrag, den sie unmöglich aufbringen kann. Die Geschichte endet gut, weil ein befreundeter Arzt ihr eine Spezialschiene besorgt, mit der die Verletzung komplett verheilt.

Krankenschutz in Deutschland weiter wichtig 
Wichtig zu wissen ist noch, dass der Auslandskrankenschutz nicht von der Pflicht entbindet, weiterhin die Versicherungsbeiträge in Deutschland zu bezahlen. Neben der Krankenversicherung ist auch eine private Haftpflicht für Auslandssemester dringend angeraten. Wer mit einer Organisation zum Studium in ein anderes Land fährt, ist möglicherweise schon darüber kranken-, unfall- und haftpflichtversichert. Beim Austauschveranstalter AFS zum Beispiel ist das weitgehend so.