Wohnen
Neues Wohnheim in Aachen-Mitte nimmt Fahrt auf
Die Pläne des Studierendenwerk Aachen für neuen studentischen Wohnraum in der Rochusstraße werden konkreter. Die Vertragsunterzeichnung mit dem Schweizer Architekturbüro BHSF Architektur & Städtebau hat in der vergangenen Woche die Weichen für den baldigen Planungsbeginn gestellt.
Ende 2024 starteten das Studierendenwerk, die Stadt Aachen, das Bauministerium NRW und die Landesarchitektenkammer NRW den Landeswettbewerb „Nachverdichtung einer studentischen Wohnanlage in Aachen-Mitte“. Aufgabe für die teilnehmenden Architekturbüros war es, ein leerstehendes Hochschulgebäude in der Rochusstraße zu einem lebendigen Wohnort für Studierende unter Einbeziehung der aktuellen Diskussionen zum „einfachen Bauen“ umzugestalten. Den Zuschlag erhielt letztendlich der Entwurf des im Wettbewerb zweitplatzierten Züricher Büros BHSF Architektur & Städtebau. Damit steht fest: Das Gebäude, das 135 Wohnheimplätze für Studierende bieten soll, wird nicht abgerissen, sondern entkernt und zu einem Wohnheim für Studierende umgebaut.
Von den Studierenden als Wohnformen favorisiert:
Einzelzimmer und Wohngemeinschaften
Das Grundstück in der Rochusstraße umfasst rund 1.400 Quadratmeter. Die Stadt Aachen beabsichtigt, dem Studierendenwerk die Fläche in Erbpacht zu überlassen. Das rückwärtig angrenzende Gelände des bestehenden Studierendenwohnheims am Seilgraben wird in die Umgestaltung einbezogen. Beide Areale sollen zu einem Wohnquartier zusammenwachsen.
Der Entwurf des Schweizer Büros setzt auf zeitgemäße Wohnkonzepte und schafft großzügige Gemeinschaftsflächen durch präzise und minimale Eingriffe in die bestehenden Gebäude. Zugeschnitten auf die Bedürfnisse heutiger Studierender wird das Gebäude in der Rochusstraße effizient geschnittene Einzelzimmer mit eigenen Nasszellen sowie größere Wohngemeinschaften beherbergen. Fassade und Tragstruktur bleiben weitgehend erhalten. Im Erdgeschoss soll entlang der Fassade eine große, flexibel nutzbare Halle mit Lern- und Gemeinschaftsräumen, Stillarbeitskojen, Sharing-Optionen, einem Waschsalon und einer kleinen Cafeteria entstehen. Die erdgeschossigen Einzelzimmer sind über den Garten zugänglich, während sich die WGs in den oberen Stockwerken befinden. Axel Humpert, einem der Inhaber von BHSF, und seinem Team war es wichtig, dass mit ihrem Entwurf nicht nur das Gebäude an der Rochusstraße, sondern auch der Kapellenanbau des Wohnheims am Seilgraben bestehen bleiben kann. Das Büro verfolgt seit seiner Gründung einen bewussten Umgang mit dem Bestand. „Diese Haltung stärkt unsere Städte, indem sie Kontinuität statt Austausch und Transformation statt Tabula rasa verfolgt“.
Sebastian Böstel, Geschäftsführer des Studierendenwerks, freut sich: „Der Entwurf gefällt uns, weil er unseren Vorstellungen von nachhaltigem Bauen sehr entgegenkommt: Wir nutzen bestehende Räume, bewahren den Großteil der Bausubstanz und schaffen zugleich moderne, gemeinschaftliche Lebensräume mit einer hohen Aufenthaltsqualität.“
Frauke Burgdorff, Stadtbaurätin der Stadt Aachen und selbst Jurymitglied des Landeswettbewerbs, lobt den Entwurf als gelungenen Beitrag. „Wir freuen uns, dass nun ein Entwurf umgesetzt wird, der den Bestand erhält – der größte Hebel für eine klima- und umweltgerechte Stadtentwicklung. Als Stadt Aachen stehen wir dem Studierendenwerk dabei als verlässlicher Partner zur Seite.“
Die Kosten des Projekts belaufen sich momentan auf etwa 17 Millionen Euro. Das Land NRW unterstützt das Vorhaben mit dem Förderprogramm „Junges Wohnen“. Sobald alle Gutachten vorliegen und die Vorbereitungen abgeschlossen sind, will das Studierendenwerk spätestens im kommenden Jahr den Bauantrag einreichen.
Bild 2: v. l. Frauke Burgdorff (Baustadträtin in Aachen), Axel Humpert (BHSF Architektur & Städtebau), Sebastian Böstel (Studierendenwerk), Gottfried Bek (bek architektur)